
Der jüdische Friedhof Stein am Kocher
Der sichtbarste Ausdruck der ehemaligen jüdischen Gemeinde in Stein am Kocher liegt heute außerhalb des Orts. Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden zunächst in Neckarsulm und Neudenau beigesetzt. Seit 1810 bestand ein eigener Friedhof im Kohlbachtal an der Straße nach Kreßbach, etwa ein Kilometer außerhalb von Stein. Mit insgesamt 101 Grabsteinen gehört er zu den kleineren Friedhöfen der Region. Er wurde in den letzten Kriegstagen durch Artilleriebeschuss schwer beschädigt.
Von den 101 Grabsteinen datiert der älteste von 1812, der jüngste von 1934. Ein Grabstein, eine Mazewa (auch Matzevah oder Matzewa), wird ein Jahr nach der Bestattung in einer besonderen Zeremonie gesetzt bzw. enthüllt und symbolisiert die Verpflichtung, Verstorbene nicht zu vergessen. Die Inschrift ist normalerweise hebräisch, im 19. Jahrhundert findet sich häufig auf der Rückseite oder auf dem Sockel eine weitere Inschrift in der jeweiligen Landessprache.
Neben dem Friedhof erinnert noch der Flurname „Judenspitze“ am Degmarner Weg und der „Judten Weg“ bzw. „Judten Pfad“ von Stein nach Bürg.










